Mindestlohn: ein doppeltes Risiko für die Jugend
Die Jungfreisinnigen Freiburg (JFF) lehnen die kantonale Initiative für einen Mindestlohn entschieden ab. Dieses Thema betrifft direkt die Jugendlichen, die die Zukunft der Freiburger Arbeitswelt sind und daher unweigerlich die negativen Folgen dieser Initiative zu tragen haben werden.
Falscher Anreiz für Lehrlinge
Das erklärte Ziel der Initiative ist zwar, dass alle im Kanton Freiburg beschäftigten Personen Anspruch auf einen Mindestlohn von 23 Franken pro Stunde, also etwa 4000 Franken pro Monat, haben, doch ihr Wortlaut schliesst Lehrlinge und Praktikanten ausdrücklich aus. Mit anderen Worten: Die Initiative vermittelt jungen Menschen, dass es keine Rolle spielt, ob sie eine Berufslehre absolvieren, da sie auch ohne Ausbildung Anspruch auf einen Lohn haben, der dem eines ausgebildeten Lehrlings entspricht. Schlimmer noch: Die Initiative veranlasst junge Menschen dazu, auf eine Berufslehre zu verzichten, da sie sich damit während ihrer gesamten Ausbildung des Mindestlohns berauben und sich gegenüber Personen, die sich gegen eine Berufslehre entscheiden, stark benachteiligen.
Wir bei der JFF legen grossen Wert auf die Lehre und möchten sie verteidigen. Sie trägt zweifellos auf einzigartige Weise zum internationalen Erfolg des Schweizer Modells bei. Darüber hinaus sind unsere Freiburger Lehrlinge der Stolz des Kantons, wie kürzlich bei den SwissSkills 2025, wo zwölf von ihnen ausgezeichnet wurden, darunter zwei mit einer Goldmedaille !
Verschwinden von Studentenjobs
Leider wäre die Berufslehre nicht das einzige Opfer der Folgen der Mindestlohninitiative. Wie bereits erwähnt, würde der Mindestlohn alle im Kanton beschäftigten Personen betreffen, darunter auch Studenten, die neben ihrem Studium arbeiten. Während das heutige System es den Arbeitgebern ermöglicht, die Löhne frei auf der Grundlage des konkreten Beitrags der Studenten in ihrem Unternehmen festzulegen, würde der Mindestlohn dieses Gleichgewicht stören, indem er einen Lohn vorschreibt, der oft weit über der Gegenleistung eines Studenten liegt. Wenn dieses Gleichgewicht jedoch gestört wird, verliert der Arbeitgeber das Interesse daran, einen Studenten zu beschäftigen, da er eine Person bevorzugen wird, die speziell für die geforderte Aufgabe ausgebildet und zu einem höheren Prozentsatz verfügbar ist.
Wir von der JFF befürchten daher, dass Studenten nach und nach die Möglichkeit verlieren, geringfügige bezahlte Beschäftigungen zu finden, obwohl diese für einen schrittweisen Einstieg in die Arbeitswelt und eine oft willkommene finanzielle Unabhängigkeit unerlässlich sind.
Fazit
Die Erfahrungen in Genf zeigen eindeutig, dass der Mindestlohn zu einem Anstieg der Arbeitslosenquote bei jungen Menschen unter 25 Jahren führt. Diese jungen Menschen sind dann überproportional in der Gruppe der Arbeitslosen und Arbeitssuchenden vertreten1. Indem die Initiative für einen Mindestlohn durch falsche Anreize den Weg der Berufslehre opfert und die Chancen der Studierenden auf eine berufsbegleitende Ausbildung gefährdet, bringt sie unser gesamtes Bildungssystem in Gefahr. Die JFF fordern daher die Freiburger Bevölkerung auf, die Initiative abzulehnen und damit die Interessen ihrer Jugend zu verteidigen.